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Sierra Nevada
Bodie State Historic Park
Geisterstadt Bodie

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Das Buch zu Bodie Kalifornien

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Die Goldgräberstadt Bodie heute eine der Geisterstädte in Kalifornien
Das Buch zum Thema

Bodie CaliforniaIngo Becker-Kavan: Von Goldgräbern und Geisterstädten – Das alte Bodie in Kalifornien

In dem Buch wird die spannende und wechselvolle Geschichte einer sogenannten Geisterstadt, die nordöstlich des Yosemite-National-Park und nahe der Grenze zu Nevada liegt, beschrieben: Bodie. Sie ist eine »echte« Geisterstadt. Keine nachempfundene Stadt aus der Rumpelkammer der Schöpfer von Disney Land. Hier trifft der Besucher auf die raue Wirklichkeit des Lebens der alten Goldsucher und ihrer typischen Städte. Das Buch beginnt mit einer kurzen Schilderung, als der Autor während eines USA-Besuchs im Jahr 1974 erstmalig nach Bodie kam. Schnell kann man sich ein lebendiges Bild der Ortschaft machen, denn es wird eine breite Auswahl an historischen Quellen und aktuellen Aufnahmen geboten. Gerade diese Mischung zeigt einen scharfen Kontrast zwischen ehemals belebten Straßen und unbewohnten Häusern heute. Man ist unweigerlich fasziniert von der Geschichte und den Geschichten, die die verwitterten und windschief in der rauen Landschaft stehenden Gebäude einer alten Boomtown des Goldrauschs in Kalifornien erzählen. Und diese Geschichten sind es tatsächlich wert, erzählt zu werden.

Bodie Kalifornien GeisterstadtDer geschichtliche Rahmen wird von der Zeit der frühen Pioniere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart gespannt. So wird von dem Blechschmied Waterman Bill Bodey berichtet, der zusammen mit vier Freunden nach vielen Jahren entbehrungsreicher Goldsuche in den Bergen westlich der Sierra Nevada in eine nur dünn besiedelte Region kam, um dort noch einmal sein Glück zu versuchen. Bodey, der Namensgeber der alten Stadt, entdeckte zwar eine gewaltige Goldmine, hatte jedoch nichts davon, denn er starb unter dramatischen Umständen. Um den anderen Goldsucher den Fundort des Goldes nicht preis zu geben, hatte er während eines Schneesturms auf den Rückweg zur Fundstelle Station gemacht, nachdem er in einer nahe gelegenen kleinen Stadt Schürfwerkzeuge gekauft hatte. Er hoffte, die Schneeverwehungen würden seine Spuren überdecken. Seine Verfolger konnte er auf diese Weise zwar abschütteln, aber er selbst überlebte die Reise nicht. Er erfror. Dieses geschah 1859.

Sein Goldfund sprach sich dennoch schnell herum und zog viele Abenteurer an, die sich am Fundort niederließen. Erst entstanden ein Zeltcamp, dann Bretterbuden und schließlich sogar massive Holz- und Steinhäuser.
Bodie Kalifornien Goldgraeberstadt Im Anschluss an die Gründung werden die wechselhafte Entwicklung und der später folgende unaufhaltsamen Untergang der Stadt spannend beschrieben. Zeitgenössische Zeitungsartikel der ortsansässigen Presse und Aufzeichnungen eines Chronisten veranschaulichen den Alltag in Bodie. Sie verdeutlichen ebenfalls die großen Probleme, die durch Gewalt, Verbrechen, Prostitution, Katastrophen und nachlassende Goldgewinne entstanden. Eine solche Stadt, in der man vielleicht über Nacht reich werden konnte, zog in besonderem Maße zwielichtigen Gestalten und Damen des horizontalen Gewerbes an. Einige werden in dem Buch mit ihren eher traurigen Schicksalen vorgestellt. So wird die abenteuerliche Lebensgeschichte einer »Madame Moustache« geschildert, die die letzten, trostlosen Jahre ihres Lebens als versoffene und spielsüchtige Bordellwirtin in Bodie verbrachte.

Anhand solcher Geschichten und Einzelschicksale wird vom Aufstieg, der Blütezeit, dem Leben der Einwohner, dem Schicksal der größten Goldmine, an der schon längst Spekulanten aus New York verdienten, und dem Untergang der Boomtown Bodie berichtet.

 
Während seiner Hochzeit lebten über 15.000 Menschen in Bodie. Sie arbeiteten in 13 Goldminen, verprassten ihr schwer erworbenes Gold in 67 Saloons, um dann nicht selten Opfer einer der vielen Schießereien zu werden. 6 Leichenbestatter hatten genug Arbeit.
Merkwürdigerweise hatte sich die Kirche erst für Bodie interessiert, und es wurden zwei Kirchen gebaut, als sich bereits die ersten Anzeichen des Untergangs in Bodie bemerkbar machten. Das letzte Kapitel widmet der Autor der heutigen Bedeutung der Stadt als Teil eines Nationalparks und es wird auf den zunehmenden Tourismus hingewiesen, den man trotz allem noch als »sanften Tourismus« bezeichnen muss, zum Glück.

»Von Goldgräbern und Geisterstädten – Das alte Bodie in Kalifornien“, erschienen im Wiesenburg Verlag, ISBN 978-3940756-07-7, ist ein rundum gelungenes Werk. Der Autor hat eine Mischung aus Reisebericht und Stadtgeschichte geschrieben, die informativ und unterhaltend zugleich, eine authentische Atmosphäre erzeugt und für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgt. Vor allem ist das Buch eine hervorragende Vorbereitung für einen Besuch.

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